Frühling-Feste.de
Herzlich Willkommen

Mai-Gedichte neuzeitlicher Autoren

Neuzeitliche Gedichte zum Mai für Jung und Alt

Star auf Blütenzweig
Foto: pixabay.com

Gesang der Amsel

Glasklar sind ihre Lieder

Unvergleichbar schön.

©Sieghild Krieter


Ich bedanke mich bei allen Autoren, die mir die Genehmigung erteilt haben

ihre lesenswerten Gedichte zur Maienzeit auf dieser Seite vorzustellen.


Mitwirkende Autoren

Elke Bräunling, Josef Festing, Petra Friedel, Michael Grömping, Ingeborg Henrichs, Birgit Klingebeil, Sieghild Krieter,

Mara Krovecs, Kerstin Mayer, Meteor, Lisa Nicolis, Ewald Patz, Carmen Siebke, Jürgen Wagner

Neuzeitliche Gedichte zum Mai von A - Z

Aber das Grün im Mai
von Mara Krovecs

Ach, lieber Mai ...
von Petra Friedel

April und Mai
von Meteor

Baustelle
von Lisa Nicolis

Bitte eines Maikäfers
von Christina Telker

Blumenmonat Mai
von Elke Bräunling

Danke!
von Petra Friedel

Dem Mai gebührt ...
von Ewald Patz

Der Mai zeigt sein Gesicht
von Sieghild Krieter

Der Traumstart
von Ewald Patz

Die Tomate
von Josef Festing

Düfte im Mai
von Elke Bräunling

eine insel im mai
von Michael Grömping

Es blühen schon die Rosen
von Kerstin Mayer

Frühling auf dem Höhepunkt
von Ewald Patz

Gesang der Amsel (Haiku)
von Sieghild Krieter

himmlisch (Haiku)
von Ingeborg Henrichs

Mein Garten
von Josef Festing

Mai
von Lisa Nicolis

Maibowle und Rostbratwurst
von Carmen Siebke

Maientanz
von Birgit Klingebeil

Quakzirpen
von Meteor

Rhododendron
von Lisa Nicolis

Tanz in den Mai
von Jürgen Wagner

Unterm Dach
von Petra Friedel

Wattebällcheninvasion
von Carmen Siebke

Weißer Flieder
von Mara Krovecs

Willkommen Mai
von Sieghild Krieter

Willkommen schöner Mai
von Christina Telker

Wonnemonat
von Birgit Klingebeil

 

 

 

Bitte beachten: Das Copyright der Texte

liegt bei den jeweiligen Autoren!

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der Rubrik "Mitwirkende Autoren - Vorstellung" zu finden!


Lisa Nicolis
Mai

Goldne Sonnenscherben
streut der Wind
unter seufzende Bäume.

Fliederduftend
werfen Schatten
dunkle Rätsel
über den Weg.

Und die Kirschen
blühen sich weiß
in ihr rötliches Rund
hinein.

Ewald Patz
Der Traumstart

Es ist dem Mai gelungen
ein Traumstart wie noch nie;
das Wetter ist fantastisch-
die reinste Poesie.

Es blüht an allen Ecken-
es grünt wohin man sieht.
Der Kuckuck in der Ferne:
zeigt an, dass es ihn gibt.

Es gibt kein´ Grund zu klagen,
so kann es weitergehen.
Ein Mai mit diesem Wetter
der ist ganz einfach schön.

Elke Bräunling
Düfte im Mai

Schnupper mal! Die Maienluft
schenkt uns einen besondren Duft
nach Frühlingswind und Blütenstaub,
nach Mairegen und nassem Laub,
nach Flieder, Maiglöckchen und bald
blühn auch Maronen süß im Wald,
und hier und da, es ist nicht neu,
gibt es im Mai schon frisches Heu
und das riecht lockend würzig schwer
nach Ferienträumen und noch mehr
mit Blumenwiesen, Sonnenlicht,
auch Würstchengrillduft fehlt hier nicht.
So viel zu schnuppern, was man liebt,
zeigt, dass der Mai echt alles gibt.

Birgit Klingebeil
Maientanz

Die Sonne strahlt vom blauen Zelt,
der Mai erweckt mit Licht die Welt.
Ein Duft von Blüten zieht durchs Tal,
im hellen, goldenen Sonnenstrahl.

Die Wiese grünt in frischem Kleid,
jetzt ist sie da, die Blütenzeit.
Ein duftend Meer von weiß und rot,
das Leben siegt, vertreibt die Not.

Ein Schmetterling im bunten Kleid,
genießt die warme Frühlingszeit.
Die Vögel singen laut ihr Lied,
dass jedes Herz vor Freude glüht.

Bienen summen im Blumenkreis,
laben sich am Nektar voller Fleiß.
So voll von Leben, Kraft und Licht,
schöner strahlt ein Tag wohl nicht.

Carmen Siebke
Wattebällcheninvasion

Wenn warm die Maiensonne scheint,
ihr Glanz sich mit dem Wind vereint,
der keck die alten Pappeln schüttelt,
verwegen an den Ästen rüttelt,
dann zeigt Mutter Natur apart
ein Schauspiel ganz besond`rer Art.

Seit tausenden von Jahren schon
`ne Wattebällcheninvasion
löst federleicht sich von den Bäumen.
In fluffig weichen, weißen Träumen
trägt sanft der Föhn sie mit sich fort
an einen fernen, neuen Ort.

Auf diese Weise wird die Fracht
in alle Richtungen verbracht.
Zig tausend kleine Federwölkchen
schweben, gleich einem Elfenvölkchen
im luftig leichten Baumwollkleid
hunderte Kilometer weit!

Der zarte Flaum des Populus
ist nicht für Jeden ein Genuss,
Ein Schnupfen plagt in dieser Phase
manch` hochsensible Menschennase.
Man nennt das Pollenallergie
und mich hat` s auch erwischt,

Hatschi!

Petra Friedel
Ach, lieber Mai ...

Die Bank vor'm Haus
sieht einsam aus,
ist traurig am Verwaisen.
Es kühlt der Wind
mir ganz geschwind
mein Herz, es will vereisen.

Ganz leis' und sacht
legt sich die Nacht
auf regennasse Straßen.
Die Amsel singt ihr letztes Lied,
vom Flieder Duft herüberzieht:
"Oh, weißt Du noch, wie saßen

im letzten Jahr,
fast nicht mehr wahr,
in lauen Maiennächten,
wir Stund' um Stund'
in froher Rund!"
Ach, lieber Mai, wie brächten

wir gerne dir ein Ständchen wieder,
komm, sing uns altvertraute Lieder
vom Wonnemonat Mai!

Es blüht so sehnsuchtsvoll der Flieder,
geh nicht so harsch und furchtbar bieder,
geh nicht so kühl vorbei!

Michael Grömping
eine insel im mai

hohe gräser im leis flüsternden wind
eine fantasie von orange raunt der mohn
blauen kornblumen zu ganz geschwind
mitten im rauschenden lebensstrom

hernieder blitzt kalt-weißes neonlicht
lastwagen donnern krachend vorbei
im sog des metalls bleibt keine sicht
für ein abseits der blechernen drängelei

schließlich ein städtischer sensemann
motorisiertes geld hat natürlich vorrang
und nur manchmal träumt es sich dann
von mohnblüten einen windhauch* lang

* „Alles ist Windhauch“ (Kohelet 1,2): Angesichts des Ewigen
gehen im Spiel der Metaphern `Mohnblüten´ den `Lastwagen´
vielleicht nur einen Wimpernschlag voraus.
Im Leben gibt es nicht wirklich von allem anderen abgetrennte Inseln.

Kerstin Mayer
Es blühen schon die Rosen

Es blühen schon die ersten Rosen,
es ist gerade Mitte Mai.
Die Sonne kommt, uns zu liebkosen,
und weiße Wolken ziehn vorbei.

Ein jedes Herz beginnt zu lachen,
der Himmel trägt sein schönstes Blau.
Die Welt will aus dem Schlaf erwachen,
die Luft ist wieder mild und lau.

Die Seele fängt still an zu Träumen,
die Sehnsucht liegt schon in der Luft.
Der Wind spielt leise mit den Bäumen,
er bringt des Sommers süßen Duft.

Die Vögel singen ihre Lieder,
ein jeder stimmt sogleich mit ein.
Im Garten blüht der weiße Flieder,
so schön wird’s lange nicht mehr sein.

Mara Krovecs
Aber das Grün im Mai

Ich sah sterbende
Winter grau und ohne Schuh
sich wiegende Äste
träumende Kirschbäume
in taumelnder Erdenruh

auf Lippen
saßen noch dunkle Stimmen
Schnee im Abschiedswort

Aber das Grün im Mai!

heimliche Nester
aus Federn und Gräsern
fließende Lichter in Winterkühlen
Waldmeisterbowle aus Frühlingsgläsern
Schattenhuschen auf Terrassenstühlen

ich sah viele sterbende Winter
und mag noch vielmal sehen
wie fliehende Wintergäste
flugs - über helles Blühen gehen

Aber das Grün im Mai!

und das helle Klingen
im summenden Fort.

Meteor
Quakzirpen

Zwei Nachtamseln drängen mich,
ihren Garten endlich für sie zu räumen.
Das Tagessonnenlicht versteckt sich
im Westen gänzlich hinter Bäumen.

Ein Rotkelchen betrillert den Abend
bis laute Grillengeigen es überzirpen.
Am nahen Fluss Laubfrösche quaken,
das Nachtkonzert ist nun am wirken.

Da stimmen auch noch Tauben ein ...
Die Amseln sammeln für ihren Nestbau.
Bin fehl am Platz, will kein Störer sein,
offen das Fenster ... live der Radau!

Meteor
April und Mai

Der April weiß nicht was er will,
darum changiert er nach Gefühl.
Zwischen Launen und Gespür
macht sein Wetter uns ganz wirr.
Wirklich neu macht es der Mai
und der April hilft ihm dabei,
setzt für ihn den Frühling an,
der Mai vollendet was er begann.

Josef Festing
Die Tomate

In jedem Jahr so Mitte Mai,
wenn die Nacht von Frost ist frei,
kann man pflanzen jetzt Tomaten
an sonn’gem Platz in seinem Garten.
Sie brauchen Dünger an den Füßen
und täglich muss man sie nun gießen,
ausgeizen ihre Seitentriebe,
sie fordern Pflege und auch Liebe.
Mit gelben Blüten sie Dir danken
und kräftig in die Höhe ranken.
Bald sieht man kleine grüne Knollen,
die ihre Farbe wechseln wollen.
Leuchtend rot sind sie zum Schluss
und ihr Verzehr ist ein Genuss.
Bist du geduldig und kannst warten
wirst du gesegnet mit Tomaten.
Echt zu beneiden bist du dann,
weil ihr Geschmack verzaubern kann.

Nachtrag:
Doch ist das Wetter lange feucht,
sind die Tomaten bald verseucht.
Die Ernte kannst du nun vergessen
und musst was anderes dann essen!

Josef Festing
Mein Garten

In meinem Garten lebt ein Häher,
er fliegt gleich fort, kommt man ihm näher.
Die Amsel hüpft durch meine Beete,
im Gartenhaus steh’ n die Geräte.
Ein Rotschwanz glättet sein Gefieder,
es duftet zart der weiße Flieder.
Ein Tropfen Tau glänzt in der Sonne,
es ist kaum Regenwasser in der Tonne.
Die Gartenbank müsst’ ich mal streichen,
das spröde Holz beginnt zu bleichen.
An der Weide sitzt ein Specht,
ich frag’ mich: „Sind die Farben echt?“
Im Efeu ist ein Nest zu seh’ n,
den Nachbarn hört man Rasenmäh’ n.
Ein Schmetterling tanzt durch die Luft,
ihn lockt der süße Blütenduft.
Ich kann die Ruhe hier genießen
und zwischendurch die Blumen gießen,
das Beet umgraben mit dem Spaten,
ach Gott, ich liebe meinen Garten.


Alpenlandschaft im Frühling
Bild: Albrecht Fietz / pixabay.com

Marienmonat

die himmlische Mutter nährt

mit weiser Güte

©Ingeborg Henrichs


Sieghild Krieter
Willkommen Mai

Nun singen wir
und loben hoch
den Wonnemonat Mai
In der Natur ein
Blütenfieber
das lockt Insekten
schnell herbei
Vom Rapsfeld
weht ein Honigduft
im Garten laut der
Vögel Ruf
das Gras ist grüner
als vorher
es ist ja Mai
was will man mehr

Sieghild Krieter
Der Mai zeigt sein Gesicht

Wir wischen uns
die letzte
Winterträne
aus dem Auge
befreien die Seele
von Kälte und Frost
reihen uns
in den Frühling ein
lassen
grüne Zweige
im Herzen wachsen
Blüten erblühen
und schenken
dem Tag
unser schönstes
Lächeln

Petra Friedel
Unterm Dach

Heut' ruft der Kuckuck aus den Wäldern
ohn' Unterlass, er wird nicht müd'.
Und mit den Morgennebeln zieht
ein Duft herüber von den Feldern,

der mir das müde, schwere Gestern
vertreibt. Hier oben, unterm Dach,
ist längst schon alles Leben wach,
es singt und zwitschert aus den Nestern

als würd’s nur diesen Tag noch geben.
Hier jubiliert und singt das Leben,
vergessen sind die Sorgen

die mich am Abend noch beschlichen.
Sie sind dem Tatendrang gewichen.
Willkommen, junger Morgen!

Petra Friedel 
Danke!

Heut' ist ein strahlendschöner Tag,
gerade so, wie ich ihn mag.
Der Wind streicht leis‘ von Blatt zu Blatt,
ein kleines Schiffchen schaukelt matt
auf diamantgefärbten Wellen.
Aus himmelblauen Höhen schnellen
Milane in die Felder nieder,
die Mittagssonne spielt im Flieder
mit sommerleichten Schmetterlingen,
im Grün der Bäume liegt ein Klingen,
das still mich innehalten lässt-
und ich erkläre ihn zum Fest,
den Tag; ich lass mich in ihm nieder:
Hab Dank, die Sehnsucht hat mich wieder!

Christina Telker
Bitte eines Maikäfers

Endlich ist der Monat da,
wo ich öffne meine Flügel
und ich fliege fort,
über Wald und Hügel.

Saftig ist der Bäume grün,
dass mich jetzt versteckt.
Trotzdem kommt es manchmal vor,
dass man mich entdeckt.

Ach man liebt mich all zu sehr,
nimmt mich mit nach Haus´
sperrt mich in ein Kästchen ein,
wie ne´ kleine Maus.

Habe ich doch jahrelang
mich danach gesehnt,
frei zu fliegen himmelwärts,
das sei noch erwähnt.

Viele Jahre lag ich dort,
im Erdreich, zugedeckt.
Bis die Maiensonne mich
endlich aufgeweckt.

Nur im Mai ist´s mir erlaubt,
froh und frei zu sein.
Darum Kinder bitt ich euch,
sperrt mich doch nicht ein.

Christina Telker
Willkommen schöner Mai

Der Mai ist da, die Vögel baun ein Nest!
Die Sonne lacht, der Frühling gibt ein Fest!
Im Hain schon früh die Lerche singt,
vom Teiche her ein Froschkonzert erklingt.

Hol deinen Wanderstock heraus,
sieh, die Natur lockt dich hinaus.
Komm schau, hier springt der Quell,
hier find’st du deine Ruh.

Dort unterm Blätterdach der Linde,
dort richte dich wohl ein,
ein Falter fliegt grad über dir,
wo gibt`s ein schöneres Quartier?

Die Welt ist voller Freude,
vor lauter Jubelhall,
im Wald und auf der Heide,
blüht`s rundum überall.

Dank deinem Gott mit Freude,
der so viel Schönheit schuf,
halt Aug‘ und Ohren offen
und lausch dem Kuckucksruf.

Lisa Nicolis
Baustelle

aus dem Fenster schau ich
nicht mehr die Schriftgröße
auch wieder zu klein die
Platten liegen mir im
Magen der Hof braucht
sie nicht und der Nachbar
hängt die Hundematte
auf das Schutzgitter wenn
ich am Fenster stehen sollte
fallen meine Blicke eh in Würfeln
zerlegt über die Stäbe ins Nichts
der Mai aber zieht hundertfach
buntes Beikraut aus dem Schutt

Birgit Klingebeil
Wonnemonat

Der Winter ist nun ganz verflogen,
das junge Grün bricht sich die Bahn.
Der Himmel strahlt im blauen Bogen,
die Welt fängt neu zu leuchten an.

Auf satten Wiesen Blumen nicken,
im sanften Wind - ein bunter Tanz.
Wir weilen oft mit frohen Blicken
im hellen, warmen Sonnenglanz.

Oh Mai, du Monat voller Wonnen,
du weckst das Herz aus tiefer Ruh.
Die helle Zeit hat nun begonnen
und wir lachen deiner Wärme zu.

Ewald Patz
Dem Mai gebührt ein dreifach Hoch

Es hat der Mai die Welt geschmückt
mit Blumen aller Art,
in allen Farben blühen sie
und viele duften zart.

Der Rotdorn und der Weißdorn blüht
in wunderbarer Pracht,
die Welt ist paradiesisch schön,
der Mai hat es vollbracht.

Und in der Wiese dort am Fluss-
ein Meer von Orchideen,
das Knabenkraut in Blüte steht,
ein Bild - unsagbar schön.

Der Ginster blüht und glänzt wie Gold
im hellen Sonnenstrahl,
und Fliederdolden weiß und blau
sieht man vieltausendmal.

Dem Mai gebührt ein dreifach Hoch,
er hat es sich verdient,
in kurzer Zeit hat er geschafft,
dass alles blüht und grünt.

Ewald Patz
Frühling auf dem Höhepunkt

Es hat der Kirschbaum sich geschmückt
mit weißer Blütenpracht,
es sprangen seine Knospen auf
in einer Frühlingsnacht.

Jetzt steht er stolz im weißen Kleid
im hellen Sonnenschein,
der Anblick ist so wunderbar,
er kann nicht schöner sein.

Natur ist aus dem Schlaf erwacht,
die Wiesen sind jetzt bunt,
es blüht ein Meer von Löwenzahn
im weiten Wiesenrund.

Das Wiesenschaumkraut ist erblüht
in zarten rosa Tönen,
als hätte es allein den Zweck
die Wiesen zu verschönen.

Der Frühling auf dem Höhepunkt,
man hält den Atem an,
die Farbenpracht, der Blütenrausch
zieht jedermann in Bann.

Elke Bräunling
Blumenmonat Mai

Im Mai geh auf die Wiesen ‚raus
und pflücke einen Blumenstrauß
mit Butterblumen, rotem Klee
und Kerbelblüten, weiß wie Schnee,
mit Glockenblumen, Akelei,
auch Margeriten sind dabei
und Schaumkraut, Günsel und noch mehr
im bunten Wiesenblütenmeer.
Sie alle kannst du dort nun sehn.
Der Blumenmonat Mai ist schön.

Lisa Nicolis
Rhododendron

Blütensträucher,
Blütenaugen,
Traumalleen,
Zauberpracht.
Himmlisch
blütenmeerverschwommen
hat der Mai
mich angelacht.

Mara Krovecs
Weißer Flieder

Lautlos fließende Zeit
erstes Reißen
unter kalter Rinde
mit Eishaut bedeckt
Stille folgt Stille
in langen Winterfrösten

sonnenbestreut – deine Krone
wasserbeträufelt – deine Wurzeln
windumschlungen –dein nackter Tanz
während der Himmel
stürmend seine Wolken fängt
das Meer seine Fische ruft
faltet Flüstern
dein Innen nach Außen

wie aus dem Nichts
streuen sich deine Köpfe ins Blau
Weiß schmiegt sich zitternd
zwischen Erdengrün
im lautlosen Flug
fangen Schwalben dir
erste Sonnenstrahlen

kühl schleicht dein seidiger Duft
mit der Katze in meine Stube
hinter dem geöffneten Fenster
unter ersten warmen Regentropfen
zwitschern wippende Sänger
hell aus ihren Federchen:

„Weißer Flieder
blüht im Morgenschein
der Sommer ist nah
er ist ganz nah.“

Jürgen Wagner
Tanz in den Mai

Es wird gelacht, es wird gesungen
Es wird getanzt und wird gesprungen
Der Maien zieht ins Land

Maifeuer entfacht, Maibowle gemacht
Ein paar Gaben dem Wodan
Walpurgisnacht

Carmen Siebke
Maibowle und Rostbratwurst

Der Wind wehte noch gestern keck
die Tauben von den Dächern weg.
Die Temp`raturen tief im Keller,
am Abend fror die Nase schneller!
Sah manch` eisige Heiligkeiten
im Sturmschritt durch`s Gelände reiten...

Schon dachte ich mir arg verwirrt;
"Hat sich der Mai im Mond geirrt?"
Doch als ich schaue heute Morgen,
der Himmel blau, fort meine Sorgen!
Frau Sonne strahlt den Erdball an,
so warm und hell sie scheinen kann!

Es ist, als will sie zu uns sagen;
"Ihr Menschenkinder, nicht verzagen!
Schiebt auch der Nordwind kalte Schleier
vor mein Gesicht, jedoch zur Feier
am Wochenend` bin ich zurück,
zu Schrebergärtners Party-glück!"