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Frühlingsgedichte neuzeitlicher Autoren

Neuzeitliche Gedichte zur Frühlingszeit für Jung und Alt

Weißer Krokus
Foto: shapkasushami / pixabay.com

Ein Garten im März

Noch scheu der Vögel Gesang

Keck sprießt junges Grün

©Ingeborg Henrichs


Mitwirkende Autoren

Elke Bräunling, Ingrid Herta Drewing, Klaus Enser-Schlag, Josef Festing, Petra Friedel, Michael Grömping,

Helga Grote, Ingeborg Henrichs,

 

Neuzeitliche Frühlingsgedichte von A - J

Am Fenster
von Petra Friedel

Der bleibende Lenz
von Helga Grote

Die grimmigen Tage sind ...
von Helga Grote

Ein Frühlingsabend
von Klaus Enser-Schlag

es ist jetzt
von Michael Grömping

Frühling am See
von Ingrid Herta Drewing

​Frühling ruft
von Elke Bräunling

Frühlingsanfang
von Elke Bräunling

Frühlingserwachen
von Klaus Enser-Schlag

Frühlingshauch
von Josef Festing

Frühlingshoffnung
von Ingrid Herta Drewing

Frühlingskuss
von Klaus Enser-Schlag

Gelb
von Petra Friedel

Hexerei
von Petra Friedel

Im Frühling
von Ingeborg Henrichs

Im März (Haiku)
von Ingeborg Henrichs

Irgendwie
von Ingeborg Henrichs

Löwenzahn (Haiku)
von Ingeborg Henrichs

Löwenzahnwiese
von Elke Bräunling

Ode an den Frühling
von Josef Festing

Schauspiel des Frühlings
von Josef Festing

 

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Das Copyright der hier veröffentlichten Texte liegt bei den jeweiligen Autoren!

Die Texte dürfen nicht ohne Genehmigung der Autoren veröffentlcht werden.

Informationen zu den mitwirkenden Autoren und entsprechende

Verlinkungen sind in der Rubrik "Mitwirkende Autoren - Vorstellung" zu finden!


Mein Dank gilt allen Autoren, die mir die Erlaubnis erteilt haben

ihre ansprechenden Frühlingsgedichte auf dieser Seite zu veröffentlichen.

Anita Menger


Elke Bräunling
Frühlingsanfang

Der Frühling steigt aus seinem Bette.
Etwas verkatert ist er noch,
weil er gern noch geschlafen hätte,
die Zeit plant anderes jedoch.

So taumelt matt er durch die Tage,
sein Gang ist holprig, schwer und lahm,
der Neuanfang ist eine Plage,
müd’ hängt er an des Winters Arm.

Er sieht, den Menschen geht’s nicht besser.
Sie kämpfen gegen Schatten an,
die Augen stumpf, die Wangen blässer,
kein Funke, der noch leuchten kann.

Doch hört er sacht ein leises Klingen,
ein Wispern tief in Baum und Strauch.
Es drängt ihn, munter mitzuschwingen
voll Lebenslust und frischem Hauch.

Er möchte lachen und genießen
die schönen Seiten seiner Zeit,
die Blüten, Blätter, die nun sprießen
in kunterbunter Munterkeit.

„Ich werd euch folgen guten Mutes!“
ruft aufgeweckt er ihnen zu.
„Ihr seht von mir fortan nur Gutes!
Vorbei ist’s mit der Winterruh.“

Elke Bräunling
Löwenzahnwiese

Gelbe Sonnen. Blütenwonnen
ringsum auf den Wiesen.
Helles Strahlen. Frühling malen.
Was für ein Genießen!

Blüten. Viele Lichterspiele.
Sieh der Sonne Strahlen,
wie sie helle Funkenbälle
auf die Wiese malen!

Bist du traurig oder einsam,
gehe sie besuchen
in den Gärten, auf den Wiesen.
Dort kannst du sie suchen.

Sieh die Farben! Hör die Lieder,
die im Wind sie singen.
Blümchen trösten. Hör die Worte,
die im Winde klingen.

Schließ die Augen! Träum den Frühling
auch an dunklen Tagen.
Lausche, was die Blütensonnen
dir zum Troste sagen.

Ingrid Herta Drewing
Frühlingshoffnung

Ein Frühlingsmorgen öffnet seine Pforten,
und hell ertönt der Vögel Lobgesang.
Es grünt und blüht im Tal an allen Orten,
anheimelnd, lieblich wirken Duft und Klang.

Da darf ich Kriege, Leid und Not vergessen
und alles, was uns fürchten lässt zur Zeit;
es keimt die Hoffnung, menschliches Ermessen,
dass Friede nahe, Freude im Geleit.

Natur schenkt schön im Wachsen Sicht und Sinn;
im Licht der Sonne feiert nun das Leben;
so sei beschieden uns auch Neubeginn,
dem Frieden in der Welt gelt’ alles Streben

Auf Erden gütig miteinander walten,
nachhaltig unser Leben zu gestalten.

Klaus Enser-Schlag
Frühlingserwachen

Der Morgen küsst die Blumen wach,
sanft weht der milde Wind im Feld.
Die Raben auf dem Scheunendach
haben die Spatzen jäh verprellt.

Die Sonne wärmt die Seelen auf,
wie lang war doch die Winterzeit!
Die Zeiten nehmen ihren Lauf,
die Welt erstrahlt im Frühlingskleid.

Verschmitzt lugt ein Reh aus dem Wald,
die Bäche sind vom Eis befreit.
Ein lust´ges Amsellied erschallt,
wie schön ist diese Jahreszeit!

Klaus Enser-Schlag
Ein Frühlingsabend

Der Tag will nun zur Ruhe gehen
und gibt dem Abend seine Hand.
Still stehen Wälder, schimmern Seen,
das Abendrot strahlt übers Land.

Die kleine Amsel singt uns leise
zur Dämmerung ein Abendlied,
eine betörend schöne Weise,
die engelsgleich vorüberzieht.

Ich nehme zaghaft deine Hände
verstummt vom Glück der Zweisamkeit
und wünsch´ mir, dass es niemals ende,
bis hin in alle Ewigkeit...

Ingeborg Henrichs
Im Frühling

Im Frühling fliehe ich zur Schönheit
und das nicht nur aus Gewohnheit.
Trage einen Mantel aus Ästhetik,
der passt mir besser als manche Ethik.
Die Blüten im Haar verströmen
Wahrheiten,
im Kleid eingewebt sind weiß-goldene
Klarheiten.
Im warmen Lufthauch stehe ich auf,
gehe aus in Schuhen mit Überwindersohlen.

Ich weiß noch nicht wohin.
Komme aus woher?
Komme aus vorher - immer mehr.
Doch im Frühling fliehe ich zur Schönheit.

Ingeborg Henrichs
Im Frühling

Im Frühling fliehe ich zur Schönheit
und das nicht nur aus Gewohnheit.
Trage einen Mantel aus Ästhetik,
der passt mir besser als manche Ethik.
Die Blüten im Haar verströmen
Wahrheiten,
im Kleid eingewebt sind weiß-goldene
Klarheiten.
Im warmen Lufthauch stehe ich auf,
gehe aus in Schuhen mit Überwindersohlen.

Ich weiß noch nicht wohin.
Komme aus woher?
Komme aus vorher - immer mehr.
Doch im Frühling fliehe ich zur Schönheit.

Ingeborg Henrichs
Irgendwie

Apotheken talk:
Zuversicht keimt auf
Verglast
Steril
Die Freude
Es kann wieder werden
" mit `nem blauen Auge"
Na dann!
Irgendwie kitzelt der Frühling...

Petra Friedel 2015
Am Fenster

Ich träume mich zum Storchenmast,
um den der Wind schon ohne Rast
so sehnend seine Bahnen zieht;
erfreu' mich an der Amsel-Lied,
das mich seit Tagen ahnen lässt:
was drängend naht, wird nicht nur Fest
für Krokus, Tulpe, Märzenbecher:
denn über allem liegt der Fächer
von silbrig-hellem, klarem Duft!
Es zieht mich aus des Winters Gruft
hinaus ins klare, lichte Weit:
nun nimm dir bloß nicht soviel Zeit
und bring mir all die Träume wieder -
längst klingen deine hellen Lieder
aus jedem Baum, in jedem Strauch
und fühlen kann ich dich ja auch -
wirf all das Sonnige auf mich:
jetzt spurte, spute, eile dich!

Petra Friedel 2013
Gelb

Noch deckt der Schnee, mit sto’scher Ruh,
mir all die linden Träume zu;
das Feld liegt starr in kaltem Weiß,
schläft heuer viel zu lang im Eis.

Die alte Bank am Schlossparktann
hat weiße Pluderhosen an
und sagt kein Wort. Sie ist so still,
weil auch der See nicht flüstern will.

Nur kleine, gelbe Winterlinge
sind hie und da schon guter Dinge
und strahlen unverfroren;

sie wispern: „Tief im Winterwald
erwacht etwas ... und bald, ja bald,
dringt’s dir in alle Poren!

Ingrid Herta Drewing
Frühling am See

Hell glänzend spielt das Licht hier auf dem See,
ein Glitzer-Tanz von tausenden Brillanten.
Die Sonne gleißend strahlt aus ihrer Höh’
und weckt den Frühling auf in unsren Landen.

Schon recken, strecken sich der Weide Kätzchen;
so wohlig warm ist’s nun im Sonnenlicht.
Den Bienen bieten sie ein weiches Plätzchen,
das ihnen üppig Pollenglück verspricht.

Und sanft ein Schwanenpaar zieht seinen Bogen.
Dies’ zarte Frühlingsbild ist mir vertraut;
dem Pas de deux der Liebe wohl gewogen,
hab’ ich es lächelnd jedes Jahr erschaut.

Erlebe wieder hier mit allen Sinnen
des Lebens zauberhaftes neu’ Beginnen.


Löwenzahnblüte
Foto: Elisabeth / pixabay.com

Löwenzahnsonne

ein Gruß aus dem wilden Grün

hoch zum Himmelblau

©Ingeborg Henrichs


Josef Festing
Schauspiel des Frühlings

Winterlich wirkt noch die Welt,
sie wartet dass der Vorhang fällt,
um ein Schauspiel aufzuführen,
das die Herzen kann berühren.
Erscheint die Sonne auf der Bühn',
wird die Kulisse plötzlich grün.
Das Orchester setzt nun ein,
wie warmer Wind in Feld und Hain.
Vögel sind die Hauptakteure,
stimmgewaltig wie Tenöre.
Wie von einer Zaubermacht,
erstrahlt der Saal in Farbenpracht.
Unzähl'ge Blüten sich entfalten,
die bunt das Bühnenbild gestalten,
ein Duft wie aus Elysium,
verzaubert nun das Publikum.
Frühling, dies' Theaterstück,
erfüllt des Menschen Herz mit Glück.

Josef Festing
Frühlingshauch

Eiszapfen weinen kalte Tränen
als würden sie nach Frost sich sehnen.
Die Erde ist noch tief gefroren,
bald wird sie wieder neu geboren.
Die Kraft des Winters langsam schwindet,
auch wenn er sich verzweifelt windet.

Auf den Dächern schmilzt der Schnee,
die Meise ruft ihr „zizidee“.
Erfüllt von Sehnsucht nach dem Leben
die Pflanzen nach dem Lichte streben.
Schmelzwasser füllt den nahen Bach,
sein Plätschern macht Insekten wach.

Zartes Grün am Weidenbaum
erwacht aus einem tiefen Traum.
Ein Winterling von Schnee umhüllt
mit leiser Hoffnung mich erfüllt.
Ich hab’ den warmen Hauch gespürt,
der Frühling hat mein Herz berührt!

Helga Grote
Die grimmigen Tage sind vorbei

Das Wunder der Natur schickt den Winterblues mit den Wolken auf die Reise,
wir tauchen ein in ein Meer kitzelnder Sonnenstrahlen,
in den berauschenden Duft von Flieder und Jasmin,
Vögel trällern ihre Liebeslieder,
irgendwo fiepen schon die ersten jungen Vogelkinder,
selbst ein allererstes Froschkonzert ist zu vernehmen.

Dieser Klangrausch ist Balsam für die Seele.

Obstbäume und Sträucher warten nur darauf,
uns endlich ihr zartes Lindgrün zu schenken;
Wiesen erstrahlen bald in ihrem bunten Farbenkleid,
locken Insekten zur Bestäubung an;

Winter beehrt uns noch mit Schnee- und Hagelschauern,
doch wir spüren, dass die Zeit der Erneuerung naht,
die grimmigen Tage werden von der Magie der schönsten Zeit des Jahres abgelöst.

Michael Grömping
es ist jetzt

in sanftem wehen bricht herein
mit einer flut von sonnenstrahlen
die warme lichte frühlingszeit

schneeglöckchen klitzeklein
und kirschbäume erstrahlen
im schönsten weißen blütenkleid

krokusse springen auf hinein
- dazu die tulpen ohne zahlen -
ins farbenmeer bunt aufgereiht

frisches grün erfüllt den hain
kein künstler könnt´ so malen
es ist das schönste jetzt zu zweit

Josef Festing
Ode an den Frühling

Ich kann den Frühling kaum abwarten,
wie sehn’ ich mich nach meinem Garten.
Ich mag den frischen Erdgeruch,
wenn sich entfernt das Wintertuch.
Es schlummert Kraft in jeder Krume,
ich rieche schon die erste Blume.
Ein Glücksgefühl mich tief ergreift,
wenn alles blüht und nachher reift.
Dieses Wunder zu erleben,
darin liegt mein ganzes Streben.
Und jedes Jahr ich mich auf’ s Neu
unbändig auf den Frühling freu'.

Elke Bräunling
Frühling ruft

„Wach auf!“, ruft es vom Boden her.
„Das große Fest beginnt schon bald!
Hörst du das leise Flüstern hier
und ringsumher in Feld und Wald?“

Ich lausche, staune, blicke auf.
Der Winter hält hier noch Regie,
doch hör ich in des Baches Lauf
ein Klingen voller Harmonie.

Ein Knacken hier, ein Rascheln da,
als tanzten Elfen auf zum Fest,
ein Vogelchor singt, hell und klar,
der müde Seelen jubeln lässt.

Ich halte still und atme ein
die Luft, das Licht, den süßen Duft.
Und leise kichert es vom Hain:
„Hörst du es endlich? Frühling ruft!“

Helga Grote
Der bleibende Lenz

In jedem Jahr kehrt neu der Lenz
und schenkt uns lichten, milden Mai;
doch kaum verweilt sein zarter Glanz,
schon ist die Blütenpracht vorbei.

Auch Jugend ist ein süßer Traum,
der leuchtet hell und wunderbar,
doch eilig flieht die schöne Zeit,
und still verweht, was eben war.

Doch tief in deines Herzens Grund,
lebt fort ein sanftes leises Glühen,
ein Frühling, der unendlich bleibt,
und lässt die Seele ewig blühen.

Klaus Enser-Schlag
Frühlingskuss

Der Frühling lockt mit warmer Sonne
und manchmal auch mit Eis und Schnee.
Er füllt auch gern die Regentonne,
die Flüsse und den Baggersee…

Dann küsst er mich mit Sonnenstrahlen,
wie lange hab´ ich das vermisst!
Er kann die schönsten Farben malen,
wenn er bei guter Laune ist.

Der Winterblues ist längst entschwunden,
die Seele wirkt so frisch und frei!
Nun kommen helle, frohe Stunden,
mit Blütenpracht und Osterei!

Es duftet herrlich in den Wäldern,
umwölbt vom blauen Himmelszelt.
Ein gold´ner Glanz ruht auf den Feldern
und ich umarm´ die ganze Welt!

Petra Friedel 2013
Hexerei

Im Hellgrün schwelgt jetzt junges Leben.
Was gestern schlief wird zaghaft wach.
Du kamst, mir Gelb in Stein zu weben.
Und eine Amsel singt am Bach.

Aus Gelb und Stein fließt warm das Ocker,
dort draußen singt der Frühling schon
sein schönstes Lied. Ein Stubenhocker,
der müde war, er trifft den Ton

erneut in Dur, will Rotes kennen,
behutsam es aus Ocker brennen,
mit Maiengrün verflechten:

Du kamst, mir Gelb ins Grau zu weben,
nun singt und jubiliert das Leben.
Und träumt von lauen Nächten.