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Frühlingsgedichte neuzeitlicher Autoren

Neuzeitliche Gedichte zur Frühlingszeit

Frühblüher Schneeglöckchen und Krokus
Foto: pixabay.com

Mein Dank gilt allen Autoren, die mir die Erlaubnis erteilt haben

ihre ansprechenden Werke auf dieser Seite zu veröffentlichen.

Neuzeitliche Frühlingsgedichte von A - Z

Spätes Gedicht z. Frühling
von Lisa Nicolis

Februar
von Lisa Nicolis

Frühling ruft
von Elke Bräunling

Frühlingsanfang
von Elke Bräunling

Frühlingsmorgen
von Lisa Nicolis

Frühlingswind
von Lisa Nicolis

 

Löwenzahnwiese
von Elke Bräunling

Mir ist´s nach Mai
von Lisa Nicolis

Bitte beachten: Das Copyright der Texte

liegt bei den jeweiligen Autoren!


Elke Bräunling
Frühlingsanfang

Der Frühling steigt aus seinem Bette.
Etwas verkatert ist er noch,
weil er gern noch geschlafen hätte,
die Zeit plant anderes jedoch.

So taumelt matt er durch die Tage,
sein Gang ist holprig, schwer und lahm,
der Neuanfang ist eine Plage,
müd’ hängt er an des Winters Arm.

Er sieht, den Menschen geht’s nicht besser.
Sie kämpfen gegen Schatten an,
die Augen stumpf, die Wangen blässer,
kein Funke, der noch leuchten kann.

Doch hört er sacht ein leises Klingen,
ein Wispern tief in Baum und Strauch.
Es drängt ihn, munter mitzuschwingen
voll Lebenslust und frischem Hauch.

Er möchte lachen und genießen
die schönen Seiten seiner Zeit,
die Blüten, Blätter, die nun sprießen
in kunterbunter Munterkeit.

„Ich werd euch folgen guten Mutes!“
ruft aufgeweckt er ihnen zu.
„Ihr seht von mir fortan nur Gutes!
Vorbei ist’s mit der Winterruh.“

Elke Bräunling
Löwenzahnwiese

Gelbe Sonnen. Blütenwonnen
ringsum auf den Wiesen.
Helles Strahlen. Frühling malen.
Was für ein Genießen!

Blüten. Viele Lichterspiele.
Sieh der Sonne Strahlen,
wie sie helle Funkenbälle
auf die Wiese malen!

Bist du traurig oder einsam,
gehe sie besuchen
in den Gärten, auf den Wiesen.
Dort kannst du sie suchen.

Sieh die Farben! Hör die Lieder,
die im Wind sie singen.
Blümchen trösten. Hör die Worte,
die im Winde klingen.

Schließ die Augen! Träum den Frühling
auch an dunklen Tagen.
Lausche, was die Blütensonnen
dir zum Troste sagen.

Lisa Nicolis
Frühlingswind

Um des Abends hin ein wenig Lied zu sein,
greift der Wind sich dunkles Blätterrauschen,
singt sich frühlingslau ins tiefe Schilf hinein,
Mondscheinplätschern in dem See zu lauschen.

Schwingt sich auf den Silberstrahl des Abends sacht,
während träumend hinter alten Mauern
noch ein Kirschbaum still und duftgeladen wacht,
ihn berauscht mit seinen Blütenschauern.

Als er bald sich satt mit tausend Düften trinkt,
nur noch müd auf leisen Silbersohlen,
hin zur Sternenwelt sein Abschiedssäuseln winkt,
lässt er sich vom Abend heimwärts holen.
 

Elke Bräunling
Frühling ruft

„Wach auf!“, ruft es vom Boden her.
„Das große Fest beginnt schon bald!
Hörst du das leise Flüstern hier
und ringsumher in Feld und Wald?“

Ich lausche, staune, blicke auf.
Der Winter hält hier noch Regie,
doch hör ich in des Baches Lauf
ein Klingen voller Harmonie.

Ein Knacken hier, ein Rascheln da,
als tanzten Elfen auf zum Fest,
ein Vogelchor singt, hell und klar,
der müde Seelen jubeln lässt.

Ich halte still und atme ein
die Luft, das Licht, den süßen Duft.
Und leise kichert es vom Hain:
„Hörst du es endlich? Frühling ruft!“

Lisa Nicolis
Das späte Gedicht zum Frühling

Bald wird die Sonne wieder
der Veilchen Bläue weiden
und Hoffnung steht in voller Blüte da.
Ein jeder Tag dem nächsten
wird bunte Düfte neiden,
der Nächste rückt dem Frühling
doch wundersam so nah.

Der Lenz mit weichen Pinseln
wird Lebensfarben malen
in jedes wintermüde und fahle Angesicht
und alle Lebensräume
mit Himmelslicht bestrahlen,
das aus den Götterfernen
mit Wärme zu uns bricht.

Noch liegt des Winters Schatten
wie’n Lid, auf Augentiefe,
drin ruht ein See voll Liebe
und ruht in voller Glut.
Mir ist, als wenn Dornröschen
in unsren Seelen schliefe,
Prinz Frühling schenkt ihr bald schon
aufs Neu den Lebensmut.

Lisa Nicolis
Mir ist´s nach Mai

Unter aprilkalten Borken
rauscht es mir laubgrün
in den Bäumen.

Apriltage zählt
der Kalender
und ich träume den Mai
ins Geäst.

Das Zimmer
lüfte ich heute
in duftiges Himmelblau.

Auch meine Zellen
sprießen von grau
zu bunt.

Und kein Wetterfrosch
quakt mir
meinen Frühling
heut trübe.
 

Lisa Nicolis
Frühlingsmorgen

Die Welt erwacht aus dunkler Kluft
im leisen Hauch des jungen Lichts.
Ein duft'ger Hauch liegt in der Luft,
es strahlt des Frühlings Angesicht.

In sanfter, schlichter, sonn'ger  Pracht.
grünen die Wiesen wieder weit.
Die Frühlingszeit ist neu erwacht,
wie froh sie uns ihr Lächeln zeigt.

Die Bäume steh'n, bienenumschwirrt
in weißem, rosigem Gewand,
als hätten Wolken sich verirrt
in dem Geäst von Rand zu Rand.

Der Himmel spiegelt sich so blau
im See, so ruhig, fast wie Glas,
die Stille glänzt im Morgentau,
ein lauer Wind krault durch das Gras.

Ein Vogel  piepst sein Lied durchs Grün,
so leicht, als trüg es Hoffnung weit,
In all den Farben, die jetzt blüh'n,
verliert sich still die Ewigkeit.

Lisa Nicolis
Februar

Noch liegen erdgeborgen Farben
im Dunkeln, ahnend Licht und Wonne.
Im Stillen heilen schon die Narben
und lechzen träumend nach der Sonne.

Der Winter zählt bald seine Tage,
er räumt schon auf Gehölz und Fluren.
Im Herz ich erste Blüten trage,
doch meine Seel' noch seine Spuren.

Auf meiner Bank in Ufernähen
mit Duft vom See und Bäumerinden
werd' bald den Frühling ich erspähen
und meine Sonne wieder finden.